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Follow me? Ein paar persönliche Gedanken...

Welchen Bedeutung haben Follower in sozialen Netzwerken für euch? Geht es euch um Follower um jeden Preis? Heute lasse ich euch ein paar meiner Gedanken dazu wissen.

Da ich bisher im Wesentlichen nur Erfahrungen bei Instagram (IG) gesammelt habe, beziehe ich mich auch nur auf diese Plattform.

 


Spuren im Feld

Meine Erfahrung mit Instagram-Followern

Seit ich im letzten Jahr mit Instagram begonnen habe, steigt die Anzahl meiner Follower. Nicht schnell, aber doch stetig. Am Anfang habe ich mich riesig darüber gefreut, wenn mir ein weiterer Account folgte. Klar, wer freut sich denn nicht darüber? Letztlich ist das ja einer der Gründe, warum Menschen ihre Beiträge auf Instagram posten. Dann kommt der Punkt, an dem man merkt, dass bestimmte Accounts ebenso schnell wieder abspringen, wie sie aufgetaucht sind, während andere bleiben.
Relativ schnell habe ich gemerkt, dass Follower für mich zwar wichtig sind, ihre Anzahl jedoch nicht (mehr) im Vordergrund steht. Es hat dennoch eine Weile gedauert, bis ich für mich verschiedene Follower-Typen ausgemacht und sie in ihrer Wichtigkeit bzw. Bedeutung für mich beurteilt habe.

Ich habe meine Follower in bestimmte Gruppen eingeteilt, "Schubladen" - wenn man so will. Jetzt nimmt man sich im Alltag vielleicht immer wieder vor, Menschen nicht in "Schubladen" zu packen, aber wenn man ehrlich ist, besteht ein Großteil der Instagram-Welt aus Show. Aber auch dabei gilt, dass man innerhalb dieser riesigen Scheinwelt die Accounts herausfiltert, die einem wichtig sind.

1. Follower, die sich wirklich interessieren

Diese Gruppe steht für mich an oberster Stelle, denn mit diesen Accounts verbinde ich "echte" Menschen, die sich für das, was ich tue, interessieren. Für mich sind sie der "innere Zirkel". Diese Menschen sind, auf welche Weise auch immer, auf mich aufmerksam geworden, folgen mir teilweise seit meinen ersten Tagen auf Instagram und beschäftigen sich regelmäßig mit meinen Bildern. Sie liken die Fotos, kommentieren sie, fragen nach und beschäftigen sich auf diese Weise mit meinem Profil. Darüber hinaus geben sie mir eine Rückmeldung zu meiner Homepage, insbesondere zu meinem Blog, sie besuchen teilweise meinen Onlineshop oder sie folgen mir auch bei Youtube. Diesen Menschen möchte ich oft einfach nur "danke" sagen, denn sie bestätigen mich in meinem fotografischen Schaffen. Das macht diese Follower für mich so wertvoll. Natürlich folge ich ihnen auch und versuche, etwas von dem zurückzugeben, was sie mir zukommen lassen.


2. Follower, die ihr Produkt vorstellen möchten

Instagram ist super für Werbung geeignet, ich nutze diese Möglichkeit ja selbst, wenn ich z.B. Werbung für meinen Youtube-Kanal oder diesen Blog machen möchte. Natürlich ist es legitim, dass dir ein Account folgt, der sein Produkt bewerben möchte, aber normalerweise folge ich solchen Profilen nicht zurück (es sei denn, ich finde den Aufbau des Profils oder das Produkt selbst so toll, dass ich unbedingt mitverfolgen möchte, ob es neue Entwicklungen gibt). Da hierbei ja zumeist Firmen im Hintergrund sitzen, verfolge ich das Kommen und Gehen dieser Follower völlig nüchtern. Diese Accounts folgen mir im Normalfall nicht, weil sie meine Bilder mögen.


3. Follower, die nur ein Follow-back bekommen wollen

Jeder, der bei IG unterwegs ist, kennt diese Follower: Sie tauchen auf, bleiben ein paar Tage (oder auch nur wenige Stunden), und springen dann wieder ab. Mit etwas Glück haben sie ein Like für ein oder zwei Bilder abgegeben. Die Erwartung dieser Accounts ist aber ganz klar: "Folge mir zurück, oder ich bin wieder weg". Selbst, wenn man ihnen folgt, ist es aber nicht klar, ob man jemals wieder ein Like von ihnen sieht. Grundsätzlich finde ich das nicht dramatisch, denn auch ich folge vielen Accounts, mit denen ich kaum oder inzwischen gar nicht mehr interagiere. Mein Verständnis hört aber ganz klar bei der Erwartungshaltung auf, dass man ihnen um jeden Preis zurückfolgen "muss".

Was ich inzwischen auch weitestgehend ignoriere, sind entsprechende (einheitliche) Kommentare unter meinen Bildern: "Hey, super Bild und toller Kanal! Schau doch mal bei mir vorbei!"
Spart euch das, denn das mache ich auf diese Weise sowieso nicht.


Meine Vorgehensweise

Ich habe oft nicht die Zeit, mich mit völlig neuen Accounts auf IG zu beschäftigen, dazu ist mein Feed auch viel zu voll. Eigentlich müsste ich mal ausmisten, denn im Prinzip folge ich auch zu vielen Leuten. Wie ist es aber dazu gekommen?

Von Anfang an habe ich mir eine Strategie vorgenommen, die ich bis heute auch einhalte: Ich folge nur Profilen, bei denen mich mehrere Posts ansprechen. Am Anfang bin ich natürlich aktiv auf die Suche gegangenen. Keinem Profil, das zu dem Zeitpunkt nicht mehrere Post enthielt, die mich interessierten, bin ich gefolgt. Ein einzelnes Bild reichte dabei nicht aus.

So ist es im Prinzip auch heute: Wenn mir jemand folgt, schaue ich mir das Profil meist an und versuche einzuordnen, wie wichtig (im Sinne von "ansprechend" oder "inspirierend") es für mich ist. Wenn ich diesem Account dann folge, heißt das jedoch nicht, dass ich dann auch jedes Bild like. Es kommt tatsächlich darauf an, wie die nächsten Posts verlaufen. Das ist keine böse Absicht, aber wenn mir mehrere Bilder hintereinander dann nicht gefallen - also kein Like bekommen - wird der IG-Algorithmus diesen Account auch seltener anzeigen.

Dennoch miste ich den Feed gar nicht so oft aus, letztlich stören mich die vielen Posts auch nicht. Ich mache mir nur keinen Stress damit, sie "abzuarbeiten".

Und doch schließt sich der Kreis wieder zu den Followern, die sich wirklich interessieren, dem "inneren Zirkel". Diese Accounts rufe ich regelmäßig bewusst auf und schaue nach, ob es einen neuen Post gibt. IG macht das recht komfortabel, wie ich finde, denn wenn ich die Suchfunktion aktiviere und ins Suchfeld klicke, werden mir Vorschläge angezeigt. Mein "innerer Zirkel" ist aufgrund der Häufigkeit der Interaktion eigentlich immer dabei. Und - wie praktisch - ein blauer Punkt hinter dem jeweiligen Profil zeigt an, ob es einen neuen Post gibt.

Wie viele sind das bei mir? Das wechselt immer mal wieder, aber wenn ich aktuell mal zähle, sind es gerade mal zehn.


"Soziales" Netzwerk?

Mit diesen wenigen Profilen ist IG für mich ein soziales Netzwerk, denn es lebt vom Austausch. Dieser Austausch geht inzwischen viel weiter, als ich es jemals für möglich gehalten hätte, denn wenn wir uns jetzt ganz aktuell mit einigen dieser Follower ganz "real" treffen wollen, erfüllt ein soziales Netzwerk wohl seinen Zweck.

Ansonsten ist und bleibt dieses Netzwerk für mich eine Plattform, auf der man seine Werke präsentiert, sich Rückmeldungen und durchaus das eine oder andere Lob abholt, aber letztlich in einer gewissen Anonymität bleibt (was ich auch vollkommen in Ordnung finde).

Und dennoch muss man, denke ich, gut überlegen, wen man als Follower haben möchte. Manche Profile habe ich daher sogar blockiert.

Immer noch freue ich mich über die steigende Anzahl meiner Follower, aber eines ist auch hierbei völlig klar: Qualität ist für mich viel wichtiger als Quantität.

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Kommentare: 4
  • #1

    Antje alias Roadtrip2910 (Sonntag, 07 April 2019 21:15)

    Ich stimme dir mit allem zu. Für mich ist Instagram allerdings mehr eine Plattform, in der ich mir Ideen für Fotos holen kann. Freundschaften werden sich wohl keine ergeben, aber nette Kontakte mit Gleichgesinnten. Und was die Follower betrifft: Na ja, das ist eine wankelmütige Zahl, die sich ständig verändert. Mal ins Positive, meist jedoch ins Negative. Aber mein Leben hängt nicht davon ab, deshalb sehe ich das mit Gelassenheit. Es ist die virtuelle Welt und Gott sei Dank nicht die reale.
    Dir einen schönen Abend und herzliche Grüße aus dem Odenwald

  • #2

    w.a.l.d.f.e.e (Montag, 08 April 2019 14:41)

    Hallo Thomas, Instagram- ein komplexes Thema dem man eigentlich nicht allzu große Bedeutung beimessen sollte und doch wird man i.d.R. fast tagtäglich damit konfrontiert. Deine Gedanken dazu sind interessant, meine sind ganz ähnlich .. Vor etwas über einem Jahr habe ich mich angemeldet nachdem ich mich lange gesträubt hatte. Ich bin quasi überredet wurden es mal zu versuchen .. Große Erwartungen hatte ich nicht und ich bin davon ausgegangen dass ich mich nicht lange damit beschäftigen werde, obwohl ich mich sehr intensiv und interessiert und vorallem dauerhaft gut mit Dingen beschäftige, die mir liegen.

    Mein Ziel bei Instagram waren maximal 500 Follower. Inzwischen sind es über 1000. Die genaue Zahl weiss ich nicht weil es für mich nicht relevant ist denn von diesen über 1000 Followern sind ungefähr die Hälfte Ghostfollower. Den Sinn verstehe ich bis heute nicht. Dann und wann lösche ich einige. Nur muss ich sagen dass es mir zu aufwendig ist die ganze Liste durchzugehen. Die Zeit widme ich dann lieber denjenigen die mir ein like ein Feedback bzw. Kommentar geben was, so denke und hoffe ich, ehrlich ist.

    Ich hatte mir die Grenze der Follower gesetzt weil ich möchte dass Instagram für mich, im Rahmen der Möglichkeiten, persönlich und übersichtlich bleibt. Ich denke das gelingt mir relativ gut. Ich blockiere auch Konten. Überwiegend private, schnell durchschaubare von denen Frau ziemlich plumpe und eindeutige Zuschriften bekommt .. No go ..

    Natürlich bekommt man gerne Feedback und gibt dieses gerne zurück. Man taucht sich ein bisschen aus .. Fazit ist aber mein Ziel habe ich bei Instagram nicht erreicht. Gerne hätte ich mich über Fotografie ausgetauscht, neues gelernt, Tipps bekommen und mein Hobby was ich inzwischen nicht mehr missen möchte auszubauen und mich zu verbessern. Ich habe viele Defizite und finde das Thema nach wie vor sehr ausführlich. Viel Technik die für mich als Neu- und Späteinsteiger nicht einfach ist. Viiiiel Input ..

    Ich bin bemüht meine Kontakte zu pflegen. Oftmals tut es mir leid nicht allen gerecht werden zu können. Instagram ist sehr schnelllebig und Benachrichtigungen "rutschen" zu schnell aus dem Blickfeld ..

    Ich habe allerdings schon viele Anregungen und Ideen für Wanderungen durch Instagram bekommen was mich sehr freut. Insofern etwas bekommen womit ich nicht gerechnet hätte. Auch so kann es gehen ..

    Viele Grüße .. ���‍♀️

  • #3

    Thomas Schwerdt (Montag, 08 April 2019 18:40)

    @Antje alias Roadtrip2910

    Ja, ich denke, das ist gut ausgedrückt. Ideen oder Anregungen zu holen finde ich ebenfalls spannend. Und die nötige Gelassenheit dabei walten zu lassen, ist sehr empfehlenswert! Viele Grüße!

  • #4

    Thomas Schwerdt (Montag, 08 April 2019 18:47)

    @w.a.l.d.f.e.e

    Interessant, dass du dir zu Beginn diese Grenze an Followern gesetzt hast, so habe ich das noch nicht betrachtet. Dein Beispiel mit den Wanderungen kann ich auch gut nachvollziehen. Ich finde es grundsätzlich interessant, welche verschiedenen Interessengruppen sich so identifizieren lassen. So ist gerade das Fotografieren oft nicht darauf beschränkt, sondern wird mit Wanderungen, der Bushcraft-Szene oder Ähnlichem verbunden.
    Was die eindeutigen Anfragen anbetrifft: Auch als Mann bekommt man manchmal ganz komische Nachrichten... Blockieren hilft auch da.