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Wie geht der Weg weiter?

Willkommen zu einem etwas ungewöhnlichen Beitrag in meinem Blog. Es geht wieder einmal um meine Gedanken zum Thema "Fotografie", aber dieses Mal recht persönlich. Es geht um Reaktionen auf meine Bilder, um meinen in dieser Woche freigeschalteten Onlineshop und ein wenig um meine weiteren Pläne.


Mein Motiv

Das ist durchaus doppeldeutig zu verstehen: Ich schreibe zunächst etwas zum aktuellen Bild, aber auch noch einmal zu meinen Motiven des Fotografierens. 

Dieses Motiv ist mir gestern in unmittelbarer Nähe von Bad Sachsa begegnet. Ich wollte das überraschend sonnige Wetter im Südharz für eine kleine Wanderung ausnutzen. Selbstverständlich hatte ich die Kamera im Rucksack dabei - das ist mittlerweile zum Standard geworden. Bei Wanderungen merke ich oft, dass ich den "Fotoblick" nicht einfach abschalten kann. Natürlich kann ich die Natur genießen, das ist ja mein eigentlicher Zweck des Wanderns. Je tiefer ich allerdings in die Natur eintauche, je freier der Kopf wird, desto eher sehe ich Motive. Dieses hier ist mir einfach ins Auge gesprungen. Wer auch immer das an den Baum geschrieben hat: Ich finde gut, dass es geschrieben und nicht eingeritzt wurde. Zu dem daneben verlaufenden Weg bietet es eine ideale Kombination. Mich hat es zum Nachdenken angeregt. Jemand liebt offensichtlich sein Leben. Oder das Leben generell? Würde ich diese Aussage im Moment, auf mein Leben bezogen, treffen? 

Spannende Fragen in frühlingswarmer Luft. Einige Gedanken, die ich so in Zusammenhang mit diesem Motiv bringe, habe ich nachfolgend mal zusammengetragen.


Einstellungssache

Die Einstellung zum eigenen Leben an dieser Stelle aufzurollen, führt eindeutig zu weit. Ich belasse es daher bei ein paar technischen Einstellungen zu Beginn:

Zum Zeitpunkt des Fotos zogen immer mehr Wolken auf, die die Sonne nur vereinzelt durchbrechen konnte. Da der Nachmittag bereits dem Ende entgegen ging, wurde das Licht insgesamt weniger. Ich brauchte ein lichtstarkes Objektiv mit einer möglichst großen Offenblende, da ich den Hintergrund unscharf gestalten wollte. Ich habe mich daher für meine 35mm-Festbrennweite entschieden; ein Objektiv, mit dem ich oft schon bei schwachen Lichtverhältnissen herrlich scharfe Bilder geschossen habe. Hier sollte natürlich nur das Herz mit dem Schriftzug "Leben" scharf sein. Das zur Technik, die sollte hier ja nicht zu kurz kommen.


Mein Foto-Weg bis heute

Jetzt etwas im übertragenen Sinne: Es gab mal eine kurze Phase in meinem Leben, in der habe ich mir ernsthaft Sorgen darüber gemacht, ob ich den Blick für Motive immer wieder haben werde oder ihn irgendwann verliere. Es gab eine Zeit, in der ist mir einfach nicht gelungen ist, Bilder zu erstellen, die mir selbst gefallen. Es war beinahe so, als wäre ich in die Zeit des "Knipsens" zurückgefallen. Keine Ahnung, woran es lag, aber diese Phase ging vorüber. Kurios, dass ich während der gestrigen Wanderung genau an diese Zeit gedacht habe. Und zu dem Entschluss gelangt bin: Blödsinn, mir werden immer wieder Motive begegnen, wenn ich die Augen offen halte. Etwa 20 Minuten später habe ich dann, mehr aus dem Augenwinkel, die Buche mit dem Herz bemerkt. Eine schöne Bestätigung für meine vorherigen Gedanken.

Ich hatte es in einem früheren Beitrag schon einmal geschrieben: Draußensein befreit mich, Fotografieren hilft mir, den Kopf frei zu kriegen, und wenn andere meine Bilder schön finden, ist das einfach eine tolle Bestätigung. So einfach ist das.

Im letzten Jahr habe ich dann angefangen, meine Fotos bei Instagram zu posten (zum Thema "Instagram" folgt demnächst ein eigener Blog-Beitrag). Auch dort gab und gibt es viel Zuspruch für meine Bilder, was mich natürlich sehr freut. Aber auch die eine oder andere Frage kam auf, hauptsächlich zur Fototechnik, zu meiner Art des Fotografierens aber auch zu "besonderen" Orten im Harz. In diesem Zuge reifte in mir der Gedanke, diesen Blog zu erstellen. Ich wollte eine Möglichkeit schaffen, alle Fragen zu beantworten, die sich auch andere Menschen stellen. Aus dem reinen Blog-Gedanken wurde dann eine eigene Homepage, so hatte ich meine Bilder und den Blog an einem Ort versammelt. Ein Ort für mein Hobby, das Fotografieren.


Jetzt willst du damit Geld verdienen?

"Was jetzt?", mag man sich fragen, "Hobby oder steckt da bei dir doch mehr dahinter?"

Da würde ich jetzt antworten: "Kommt darauf an, was du hinter "mehr" verstehst."

In der Vergangenheit haben mich verschiedene Anfragen erreicht, ob man meine Bilder kaufen könnte. Das war ein interessanter Punkt für mich, denn es ist noch einmal eine neue Form der Bestätigung, wenn die Menschen deine Bilder nicht nur loben, sondern bereit wären, Geld dafür auszugeben.

Auch dabei kam mir dann schnell der Gedanke, es mit einem Onlineshop einfach mal auszuprobieren. In kürzester Zeit habe ich alle rechtlichen Fragen "abgearbeitet": Auskunft vom Steuerberater einholen, Anzeige beim Finanzamt auf nebenberufliche Selbstständigkeit stellen, Genehmigung des Arbeitgebers für eine Nebentätigkeit einholen.

Es folgten technische Fragen: Wie kann ich eine einfache Verkaufsmöglichkeit für meine Bilder schaffen, dabei aber möglichst wenig Aufwand für die Administration haben?

Eins war von Anfang an aber für mich klar: Ich habe einen Beruf, der mir viel Spaß macht. Das Fotografieren, selbst mit der Möglichkeit, jetzt Einnahmen zu erzielen, wird immer ein Hobby bleiben. Also: Mit Fotos Geld verdienen? Gern, darauf bin ich aber nicht angewiesen (und das ist ein sehr gutes Gefühl). Abgesehen davon glaube ich, dass es den Markt für Bilderverkäufe in größerem Stil nicht (mehr) gibt. Das soll mir jedoch egal sein. Was kommt, weiß ich noch nicht. Schließlich befinde ich mich ja auf einem Weg. Auf dem Weg durch mein (Fotografen-)Leben.


Ausblick: Wo geht's hin?

Dazu kann ich ganz klar sagen: "Ich weiß es noch nicht." Ich freue mich erst einmal über den stetigen Zuspruch, über die Anerkennung (wer hat das nicht gern?), über die Möglichkeit, meine Kreativität ohne wirtschaftlichen Druck ausleben zu können.

Aber um ehrlich zu sein, habe ich noch jede Menge Ideen in meinem Kopf. Der Gedanke, selbst Workshops anzubieten, lässt mich nicht richtig los. Mal schauen, was 2019 noch so bringt. Lasst euch überraschen. Ich mich auch.

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