Makrofotografie mit dem Retroring

 

Heute gibt es mal einen Beitrag, der sich etwas mit der Fototechnik beschäftigt: Es geht um Makroaufnahmen und darum, wie man sie auf recht kostengünstige Art umsetzen kann. Ich probiere immer wieder gern selbst mit diesem Verfahren herum, denn es macht einfach Spaß! 


Das Objektiv sieht ungewöhnlich aus...

Der Frühling ist auch im Harz angekommen. Ob er bleibt, ist noch schwer zu sagen, aber heute war zumindest ein wunderbar milder Tag mit viele Sonne.
Die Hasel bildet in vielen Regionen schon ihre Blütenstände aus. Wenn mich heute jemand beim Fotografieren beobachtet haben sollte, wird er sich vielleicht über den ungewöhnlichen Anblick meiner Kamera bzw. meines Objektivs gewundert haben. Es sah irgendwie "verkehrt" aus...

"Verkehrt" trifft es ganz gut, denn ich habe tatsächlich ein altes Objektiv verkehrt herum am Kameragehäuse befestigt. Dadurch habe ich den Effekt einer Lupe, denn ich erhalte eine Vergrößerung. Somit kann ich nicht nur Makrofotogafie betreiben, sondern schon in den Mikrobereich vordringen.
Jetzt eine dringende Empfehlung: Wenn ihr das Verfahren ausprobieren möchtet, dann nutzt unbedingt ein altes Objektiv, das ihr sonst nicht mehr braucht. Solltet ihr keines haben, kann man es auch gut auf Flohmärkten oder gebraucht im Internet erwerben.

Warum ist das so wichtig? Normalerweise passt man ja gut auf, dass kein Staub ins Innere der Kamera oder des Objektivs gelangt. Hier aber ist die Objektivseite, die sonst an den Body der Kamera befestigt wird, komplett offen und zugänglich. Es wäre absolut fahrlässig, so etwas mit den Objektiven zu versuchen, die man für gewöhnlich im Einsatz hat (und die ja meist viel Geld gekostet haben). 

Ich habe für diesen Zweck ein altes Nikkor-Objektiv genutzt (35-80 mm). Dieses Objektiv hat den Vorteil, dass es noch eine manuell einstellbare Blende gibt. Das bedeutet, ich habe Schärfe und Blende direkt am Objektiv eingestellt. Fotografiert wird im manuellen Modus, denn die Kamera kann keinen Kontakt zum Objektiv aufnehmen.


 

Jetzt zum eigentlichen Herzstück: Dem Retroring, auch Retroadapter oder Umkehrring genannt. Dieser Ring wird mit verschiedenen Kameraanschlüssen angeboten (in meinem Fall einer Nikon-Kamera also mit Nikon-Bajonett) und hat auf der anderen Seite ein normales Filtergewinde. Das muss im Durchmesser natürlich so groß sein, wie das Filtergewinde des Objektivs. Dadurch kann der Ring "vor" das Objektiv geschraubt werden und dann mit der Bajonett-Seite an der Kamera einrasten.


Einfach ausprobieren!

So ausgestattet, kannst du loslegen. Experimentiere mit den Einstellungen, indem du unterschiedliche Blenden einstellst. Versuche aber auch, verschiedene Abstände zu deinem Objekt zu finden. Mich überraschen die Möglichkeiten immer wieder! 

Was auffällt, ist eine sehr geringe Schärfentiefe. Der Blütenstand ist in der Mitte scharf, darüber und darunter schon nicht mehr. Diese Aufnahme hätte man bestimmt auch mit einem anderen Objektiv erreicht, das folgende Bild braucht dann sonst schon ein Makroobjektiv:

Ein weiteres Beispiel dafür, wie leistungsfähig diese Kombination ist, habe ich an meinem schlafenden Hund ausprobiert: Augenbrauen und Wimpern:


Fazit

Wie gesagt: Mir macht es einfach Spaß - aber nur mit dem geeigneten, "alten" Objektiv, dem ich keine Sorge habe, dass Dreck ins Innere gelangt. Für den neuen Retroring (aus Metall) habe ich knapp 10,00 EUR ausgegeben. Wenn man bedenkt, was man sonst leicht für Fotozubehör investieren muss, ist es für den einen oder anderen von euch bestimmt auch eine Überlegung wert. Viel Spaß damit und bis bald!

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